{"id":8808,"date":"2021-09-15T02:53:34","date_gmt":"2021-09-15T00:53:34","guid":{"rendered":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/?page_id=8808"},"modified":"2021-09-20T16:38:58","modified_gmt":"2021-09-20T14:38:58","slug":"du-ich-wir-alle-ein-nachdenklicher-reisebericht-ueber-die-berlinfahrt-und-auszeichnung-des-projekts-we-the-six-million-beim-denktg-wettbewerb-2021","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/?page_id=8808","title":{"rendered":"Du, ich, wir alle: Ein nachdenklicher Reisebericht \u00fcber die Berlinfahrt und Auszeichnung des Projekts \u201eWe, the six million\u201c beim Denkt@g-Wettbewerb 2021"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8742\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012.jpg\" alt=\"\" width=\"1623\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012.jpg 1623w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012-300x200.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012-768x511.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012-600x400.jpg 600w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/210906-Denktag-2021-urban20210906-012-450x299.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1623px) 100vw, 1623px\" \/><\/p>\n<p><i>Bei der Preisverleihung<\/i><i>\u00a0des bundesweiten Jugendwettbewerbs &#8222;Denkt@g&#8220; der Konrad-Adenauer-Stiftung nahm eine Delegation unserer Schule am 06. September 2021 den mit 2000 \u20ac dotierten Preis von Bundestagspr\u00e4sident a.D. Prof. Dr. Norbert Lammert in der Berliner James-Simon-Galerie entgegen. Ausgezeichnet wurde eine im Rahmen des\u00a0Projekts &#8222;We, the six million&#8220; erstellte Website, die bei der Jury gro\u00dfen Zuspruch erntete.<\/i><\/p>\n<p>Es herrschte eine <strong>freudig-angespannte Stimmung<\/strong>, als Moderation <strong>Sarah R\u00f6hr vier ehemalige Sch\u00fclerinnen des Gymnasiums Odenkirchen mit ihrer Lehrerin Kathrin Laule<\/strong> auf die B\u00fchne des Auditoriums in der <strong>James-Simon-Galerie<\/strong> bat. Euphorie, allm\u00e4hlich von den Schultern der f\u00fcnf fallende Spannung, ged\u00e4mpfte Jubelrufe auf dem Weg die Tribune hinunter, aber auch ein Hauch des Nachdenkens lagen in der Luft, w\u00e4hrend <strong>Andreas Kleine-Kraneburg<\/strong>, stellvertretender Leiter der politischen Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung, nach den Urkunden und f\u00fcnf blau-wei\u00df-schwarzen <strong>Bauchtaschen<\/strong> mit dem Logo der Stiftung kramte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8838 alignleft\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/6143f150-7391-49bd-8592-db87e57a6016-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/6143f150-7391-49bd-8592-db87e57a6016-194x300.jpg 194w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/6143f150-7391-49bd-8592-db87e57a6016-662x1024.jpg 662w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/6143f150-7391-49bd-8592-db87e57a6016-768x1187.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/6143f150-7391-49bd-8592-db87e57a6016-450x696.jpg 450w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/6143f150-7391-49bd-8592-db87e57a6016.jpg 876w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/p>\n<p>Bereits zum elften Mal kamen am <strong>05. und 06. September 2021<\/strong> Sch\u00fcler*innen, Studierende und engagierte junge Menschen im Alter von 16 bis 22 Jahren auf Einladung der <strong>Konrad-Adenauer-Stiftung<\/strong> in <strong>Berlin<\/strong> zusammen, um Auszeichnungen im Rahmen des <strong>bundesweiten Jugendwettbewerbs \u201eDenkt@g\u201c<\/strong> entgegenzunehmen. Auf h\u00f6chst vielf\u00e4ltige Weise setzten sich bei diesem Wettbewerb rund 50 Teilnehmer*innen aus allen Ecken der Bundesrepublik mit Themen wie der <strong>NS-Diktatur<\/strong> und dem <strong>Holocaust<\/strong>, aber auch mit <strong>Antisemitismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in der heutigen Zeit<\/strong> auseinander und erstellten zu ihren mannigfaltigen Projekten <strong>eigene Websites<\/strong>, unter denen eine <strong>Fachjury<\/strong> zu Beginn des Jahres die <strong>14 besten<\/strong>\u00a0<strong>Gruppen<\/strong> ausw\u00e4hlte, deren besonderer Moment an genau jenem Tag der freudig-angespannten Stimmung gekommen war. Besonders war freilich auch der Umstand, dass die gesamte Veranstaltung<strong> in Pr\u00e4senz<\/strong> stattfinden konnte, wurde die Preisverleihung doch <strong>mehrfach aufgrund wenig erfreulicher Corona-Inzidenzwerte verschoben<\/strong> und stand sogar kurz vor Beginn noch wegen des GDL-Streiks auf wackligen F\u00fc\u00dfen &#8211; aber sie stand, ebenso wie unsere Odenkirchener in Berlin standen.<\/p>\n<p>Diese Damenrunde stand nat\u00fcrlich auch nicht ganz zuf\u00e4llig in Berlin, schlie\u00dflich <strong>vertrat<\/strong> sie gleich mehrere <strong>Klassen und Kurse der ehemaligen Jahrg\u00e4nge 8-Q2<\/strong>, von denen einige &#8211; wie unsere vier Ex-Sch\u00fclerinnen &#8211; die Schule bereits im vergangenen Juni mit dem Abiturzeugnis in der Hand verlassen hatten. Mehrere dutzend Sch\u00fcler*innen dieser Jahrg\u00e4nge arbeiteten im vergangenen Herbst und Winter 2020 an dem Projekt \u201e<strong>We, the six million<\/strong>\u201c in Kooperation mit der RWTH Aachen, f\u00fcr das ein kleiner Kreis um die Geschichtslehrerinnen Kathrin Laule, Carolin Beberok und einige Q2-Sch\u00fcler*innen im Anschluss an die Ausstellung spontan eine <strong>Website mit allen Podcasts, Plakaten, Reden, Videos und Statements der verschiedenen Kurse<\/strong> erstellte, die rasch wuchs und schlie\u00dflich bei der Denkt@g-Jury \u00fcberzeugen konnte.<\/p>\n<p>So traf es sich, dass sich unsere f\u00fcnfk\u00f6pfige Reisegruppe nach einer <strong>mehrst\u00fcndigen, abenteuerlichen, alternativen Anreise<\/strong> mit dem Flixtrain (beste Gr\u00fc\u00dfe an die streikende Bahn!), die von retrograder Peristaltik \u00fcber sonderlaunig-glatzk\u00f6pfige Sitznachbarn bis hin zu leichter Orientierungslosigkeit getreu dem Motto \u201eHamm, Hannover, Hauptsache Duisburg\u201c wirklich alles beinhaltete, ein wenig ger\u00e4dert und beladen mit circa anderthalb Kilogramm Zitronenkuchen am <strong>Berliner Hauptbahnhof<\/strong> einfand. Coronabedingt war die Gruppe nach vielen \u00c4nderungen der <strong>Teilnehmerbeschr\u00e4nkungen<\/strong> etwas geschrumpft, aber immerhin hatte sie den freundlichen Hinweis des Lokf\u00fchrers Axel befolgt, bitte die pers\u00f6nlichen Sachen nicht im Zug zur\u00fcckzulassen, da in den Regalen des Fundb\u00fcros kein Platz f\u00fcr Partner, Ehepartner und sonstige Partner (wie Reisepartner) sei.<\/p>\n<p>Wie sich schnell herausstellte, hatte die <strong>Orientierungslosigkeit<\/strong> einiger Zugpassagiere auch vor den f\u00fcnf abenteuererprobten Reisenden nicht Halt gemacht, und so irrte unsere Gruppe vor dem Erreichen des <b>Hotels am Alexanderplatz<\/b> erst einmal eine ganze Weile die Alexanderstra\u00dfe &#8211; vorbei am \u201eHaus des Lehrers\u201c &#8211; hoch und runter, auf der der Rollkoffer einer Mitreisenden freilich sein Leben &#8211; oder vielmehr den Griff der Metallhalterung &#8211; an den Schienen einer Stra\u00dfenbahn lie\u00df.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8829 alignleft\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045-300x225.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045-768x576.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045-450x338.jpg 450w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0045.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Endlich im Hotel angekommen, ging das Umherirren auch schon direkt weiter, diesmal zum <strong>Bayerischen Hofbr\u00e4u Wirtshaus<\/strong> mitten in Berlin, wo die <strong>anderen Reisegruppen<\/strong> sich bereits von ihrer gewiss ebenfalls abenteuerlichen Anreise erholten und st\u00e4rkten. Doch auch dort verweilte die Gladbacher Reisegruppe nicht sonderlich lange und musste ihr Mittagessen mit den Worten \u201eStressen Sie sich nicht, aber wir wollen in acht Minuten weiterlaufen\u201c in Rekordzeit verspeisen (ein Gl\u00fcck, dass sich im Gep\u00e4ck immer noch die anderthalb Kilo Zitronenkuchen befanden), bevor sie gemeinsam mit den anderen Gruppen zum <strong>Centrum Judaicum\u00a0<\/strong>\u00a0wanderte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ein Teil des nun recht gro\u00dfen, heterogenen Gruppengemischs dort mit einer F\u00fchrung startete, wanderten die f\u00fcnf Odenkirchener mit der anderen H\u00e4lfte der Preistr\u00e4gergruppen sowie\u00a0<strong>David und Jakob<\/strong>, den beiden Guides des Centrum Judaicum, wieder einen halben Kilometer zur\u00fcck, <strong>um im j\u00fcdischen Viertel der Stadt auf Spurensuche zu gehen<\/strong>. Besonders haften blieben bei diesem Rundgang die <strong>vielen zun\u00e4chst unscheinbaren Spuren der Zerst\u00f6rung<\/strong>: <em>Schussl\u00f6cher<\/em> in einer Wand vor der evangelischen Sophienkirche, einem Ort des Widerstands gegen das NS-Regime, das <em>nachempfundene Fundament<\/em> eines zerst\u00f6rten Altenheims, das seinerzeit den Blick auf den j\u00fcdischen Friedhof und damit die dort Schutz Suchenden verbarg&#8230; stets wurden die Zuh\u00f6renden mit der Frage konfrontiert, wie viel sie eigentlich wussten, erkennen konnten, nun erkennen &#8211; <strong>was alle, die an solchen geschichtstr\u00e4chtigen Orten vorbeilaufen, sehen, sehen wollen und sehen sollten<\/strong>. Denn seien wir mal ehrlich: <em>Wer<\/em> liest sich jede der vielen kleinen Infotafeln, die man h\u00e4ufig an solchen Orten findet, durch?\u00a0<em>Wer\u00a0<\/em>nimmt sich die Zeit, stehen zu bleiben und nochmal einen Blick zur\u00fcck zu werfen? Und <em>wer<\/em> m\u00f6chte nicht auch einfach mal \u00fcber den fundamentgestaltigen Boden t\u00e4nzeln, ohne dabei gleich ins Gr\u00fcbeln zu verfallen?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8887 alignright\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042-300x225.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042-768x576.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042-450x338.jpg 450w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0042.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\nDie <strong>Frage nach dem richtigen Weg des Erinnerns<\/strong> &#8211; wenn es denn den einen gibt &#8211; lie\u00df die Gruppe auch bei der <strong>R\u00fcckkehr<\/strong> zum Centrum Judaicum nicht los, dessen Besuch sie sogar nochmal in eine ganz neue Richtung lenkte, schlie\u00dflich handelt es sich beim Centrum Judaicum um die <strong>\u00dcberreste der 1943 bei Bombenangriffen schwer besch\u00e4digten Neuen Synagoge Berlins<\/strong>, bei denen man zugleich auf Wiederaufbau und das Sichtbarmachen der Spuren der Zerst\u00f6rung, beispielsweise durch markierte Steine, die den Grundriss der zerst\u00f6rten Bereiche erahnen lie\u00dfen, setzte. Das Centrum Judaicum ist jedoch weitaus mehr als das, wie David seiner Gruppe schnell deutlich machte: Obgleich zahlreiche Antisemiten das imposante Bauwerk als \u201enicht deutsche\u201c Provokation empfunden h\u00e4tten, f\u00fchrte er aus, sei es doch auch ein deutliches Mal der <strong>Assimilation<\/strong> der j\u00fcdischen Gemeinde, wie man beispielsweise am Bau des Mittelschiffes erkennen k\u00f6nne, das kaum von dem einer christlichen Kathedrale zu unterscheiden sei. Immer wieder wurde die Frage in den Raum geworfen, <strong>was die Assimilation der j\u00fcdischen Gemeinde genutzt habe<\/strong>. Davids bittere Antwort darauf lautete im Angesicht des grausamen Schicksals dieses kulturell vielf\u00e4ltigen Ortes: \u201e<em>Nichts<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Am Ende der F\u00fchrung brachte der etwas nachdenklich gewordene Guide seine Sch\u00fctzlinge schlie\u00dflich in einen Raum, den die meisten Sch\u00fcler*innen vermutlich noch nie betreten haben: einen kleinen, auf den ersten Blick ziemlich unscheinbaren <strong>Gebetsraum, in dem tats\u00e4chlich noch Gottesdienste der j\u00fcdischen Gemeinde stattfinden<\/strong>. Ein wenig wie in einem altmodischen, schlichten und trotzdem eleganten Klassenraum sah es dort aus, mit knarzenden Holzb\u00e4nken und dazu passenden Tischen mit verschlie\u00dfbaren Schubladen. Mit viel <strong>Geduld und Offenheit<\/strong> stellte sich David allen <strong>Fragen<\/strong>, die schon immer mal gestellt werden wollten, und nahm sicherlich nicht nur der Autorin dieses Reiseberichts das Gef\u00fchl des unerkl\u00e4rlichen, schein-intrinsischen\u00a0<strong>Fremden<\/strong>, das sie bis dahin mit ihr unbekannten Gottesh\u00e4usern anderer Religionen verbunden hatte. W\u00fcrden solche Begegnungen doch allt\u00e4glich sein!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8847 alignleft\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-300x142.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-300x142.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-1024x485.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-768x363.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-1536x727.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-2048x969.jpg 2048w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210905_202056-450x213.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>\u201eOpen ye the gates\u201c &#8211; \u201eTuet auf die Pforten\u201c<\/em><\/strong>, lautet da eine treffende biblische Inschrift, an der die Odenkirchener beim Verlassen des Museums vorbeiliefen und die gleichzeitig <em>zweischneidiger<\/em> nicht sein k\u00f6nnte, wenn man bedenkt, dass der Einlass in das Centrum Judaicum massiven <strong>Sicherheitskontrollen<\/strong> unterliegt, die kaum deutlicher machen k\u00f6nnten, dass Antisemitismus und Hass auch in Deutschland, auch mit unserer Geschichte keineswegs ausgerottet sind. Eine freim\u00fctige \u00d6ffnung der Pforten geht so stets mit der Gefahr einher, dass die offenen T\u00fcren eingerissen, zerst\u00f6rt und danach vielleicht nie mehr ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen &#8211; und noch schlimmer: dass sie den Raum hinter ihnen nicht mehr <em>sch\u00fctzen<\/em> k\u00f6nnen. Wer sich also die Frage stellt, ob die Pforten ge\u00f6ffnet werden sollten, muss seine eigene Gedankenf\u00fchrung daher simultan mit der Frage denken, warum es solche Pforten in unserer Welt \u00fcberhaupt gibt. Die Autorin dieses Artikels wagt daher eine etwas umgeformte Betrachtung: <em>Open ye all your gates!<\/em> Tuet ihr <u>alle<\/u> auf <u>eure<\/u> Pforten! Denn sind Begegnungen, wie sie unsere Reisegruppe erleben durfte, nicht solche, die von allen Seiten ausgehen m\u00fcssen, damit wir nicht nur nach der geschlossenen, sondern vielmehr auch nach der offenen T\u00fcr blicken k\u00f6nnen? Damit wir erkennen k\u00f6nnen, dass das vermeintlich Fremde im Grunde nichts anderes ist als ein <em>Spiegelbild<\/em> unseres eigenen undefinierbaren Unbekannten?<\/p>\n<p>Um den facettenreichen Tag so spannend zu beenden zu, wie er in aller Fr\u00fche begonnen hatte, machte sich das Odenkirchener Quintett nach einem kurzen <strong>Zwischenstopp im Hotel<\/strong> auf in die <strong>Abendd\u00e4mmerung<\/strong> der Hauptstadt. Vorbei an den Spuren des Hauses in der <strong>Dorotheenstra\u00dfe<\/strong>, die das Herz einer gewissen Deutschlehrerin in der Runde gewiss h\u00f6her schlagen lie\u00dfen, ging es immer den Menschen &#8211; oder vielmehr den Lichtern &#8211; nach, die sich f\u00fcr eine im wahrsten Sinne des Wortes schillernde <strong>Lichtkunstinstallation im Rahmen des \u201eFestival of Lights\u201c<\/strong> am <strong>Brandenburger Tor<\/strong> b\u00fcndelten und die sonst so lebhafte Masse f\u00fcr einige Minuten zum Innehalten und Staunen\u00a0brachten. Auch zum n\u00e4chsten \u201eStopp\u201c am <strong>Potsdamer Platz<\/strong> begleiteten die Lichter &#8211; und Menschen &#8211; die Gladbacher, die jedoch bereits ein anderes Ziel in Gestalt des mexikanischen Restaurants <strong>\u201eQue Pasa\u201c<\/strong> vor Augen hatten, um den Abend dort ausklingen zu lassen.<\/p>\n<p><em>Halbzeit<\/em>. Nach einem gef\u00fchlt 34 Stunden langen Tag, der nur so vor Bildern, Impressionen, Stimmen, Statements und Fragen strotzte, wirkte die <strong>Nacht<\/strong>, in der eine Stadt wie Berlin nat\u00fcrlich auch nicht in die Tiefschlafphase rutscht, beinahe gespenstisch still. W\u00e4hrend sich ihre Zimmernachbarin \u00fcber eine Kekst\u00fcte in ihrem Koffer hermachte, um den Tag so auf ihre Art zu verdauen, entschied sich die Autorin dieses Artikels doch lieber f\u00fcr eine etwas immateriellere Form der <em>Reflexion<\/em> und lie\u00df noch einmal die <strong>Fragen<\/strong> des Tages durch die Nacht hallen (nat\u00fcrlich rein gedanklich, sonst h\u00e4tte man die fortw\u00e4hrend nebenan raschelnde Kekst\u00fcte sicherlich nicht h\u00f6ren k\u00f6nnen).<\/p>\n<p><em>Was machten sie hier eigentlich in Berlin<\/em>, zwischen unb\u00e4ndiger Ausgelassenheit und gr\u00fcbelndem Innehalten pendelnd, wie ein Uhrzeiger, der h\u00e4ngen geblieben war und andauernd zwischen der zw\u00f6lf und der eins hin und her sauste? War ein solches Atmosph\u00e4ren- und Stimmungspendel im Angesicht des Themas, das die Gruppe \u00fcberhaupt erst nach Berlin gebracht hatte, <em>angemessen<\/em>? Und wie <em>offen<\/em> waren sie alle wirklich f\u00fcr die unz\u00e4hligen Spuren, Hinweise, Zeitstempel, \u00fcber die sie auch au\u00dferhalb von Berlin tagt\u00e4glich eilten? Wie <strong><em>selbstverst\u00e4ndlich<\/em><\/strong> war das Leben mit der <strong>Geschichte<\/strong> heute &#8211; und wie selbstverst\u00e4ndlich das Leben mit dem Vergilben und Vergessen, dem Nicht-Wahrnehmen? Wie stark verst\u00e4rkte das Vergessen das <strong>Unbekannte<\/strong>, oder doch das Unbekannte das Vergessen? Und waren wir alle uns mit unseren \u00c4ngsten, unserer Neugier, unseren Hoffnungen, Grunds\u00e4tzen und Glaubenswegen nicht doch \u00e4hnlicher, als es das Gef\u00fchl des Unbekannten sonst zulie\u00df? Wie viele Sprachen hatte die Botschaft <em>\u201eTuet auf die Pforten\u201c<\/em> wohl n\u00f6tig, damit sie jeder, auch der Bittsteller, mit einem \u201eIch \u00f6ffne meine Pforten\u201c beantworten w\u00fcrde? Und was sollte wohl hinter den pers\u00f6nlichen Pforten jedes Einzelnen zu finden sein, wenn sich doch jeder schon selbst zu kennen glaubte? All das spiegelt sich in der Frage nach individueller <strong>Verantwortung<\/strong> f\u00fcr die Zukunft als Teil der Gegenwart und Br\u00fccke der Vergangenheit wider &#8211; der <em><strong>Frage nach dem eigenen Platz in der Erinnerungskultur<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Das alles ist Berlin. Das alles sind wir. Das alles ist unser Geb\u00e4ude der Erinnerungskultur. Sind wir vielleicht selbst die Pforten? Pf\u00f6rtner? Schl\u00fcssel? Passanten?<\/p>\n<p>Viel zu kurz erschien die Nacht f\u00fcr all diese Gedanken, da konnte auch ein <strong>ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck<\/strong>\u00a0mit Zahntrainingsbr\u00f6tchen am n\u00e4chsten Morgen nicht gegen die M\u00fcdigkeit ank\u00e4mpfen, bevor die Odenkirchener mit ihrem materiellen wie gedanklichen Gep\u00e4ck vom Hotel zur <strong>Museumsinsel<\/strong> aufbrachen (das l\u00e4dierte, grifflose Kofferproblem erfreute sich seinerseits einer ebenfalls einer n\u00e4chtlichen Gr\u00fcbelei entsprungenen Improvisationsl\u00f6sung und lie\u00df sich fortan wie ein schlecht erzogener Hund mehr oder weniger elegant die Rolltreppen hinaufzerren). Ein Gl\u00fcck, dass die rappelige <strong>Stra\u00dfenbahnfahrt<\/strong> mitten im mont\u00e4glichen Berufsverkehr die m\u00fcden Lebensgeister ordentlich wachr\u00fcttelte und sogar zu ein paar \u201ePrinzessinnenfotos\u201c vor der Kulisse des <strong>Lustgartens<\/strong> animierte, bevor sich die Pforten der <strong>James-Simon-Galerie<\/strong> f\u00fcr die in Blazern und Absatzschuhen erstaunlich seri\u00f6s wirkende Gruppe \u00f6ffneten und nach einigen Minuten des Wartens und Ausweichens vor einem hochmotivierten Fotografen den Blick auf das <strong>Auditorium<\/strong> freigaben, in dem die Preisverleihung stattfinden sollte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8832 alignleft\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033-300x225.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033-1024x770.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033-768x577.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033-1536x1154.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033-450x338.jpg 450w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0033.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Wie sich herausstellte, hatte es der Sitzplanmacher mit den Odenkirchenern gut gemeint und ihnen eine ideale\u00a0<strong>Pole-Position<\/strong> in unmittelbarer N\u00e4he der <strong>B\u00fchne<\/strong> verschafft, auf der die <strong>Moderatoren Sarah R\u00f6hr und Andreas Kleine-Kraneburg<\/strong> unentwegt nach den blau-wei\u00df-schwarzen Bauchtaschen kramten. Los ging es mit einem klangvollen Auftakt des israelischen <strong>Komponisten und Pianisten Itay Dvori<\/strong>, der im Laufe der Veranstaltung mit dem von ihm entwickelten Genre des <strong>Comic-Konzerts, <\/strong>einer Vertonung sogenannter Graphic Novels, die unter anderem bildhaft Geschichten von verfolgten und emigrierten Pers\u00f6nlichkeiten erz\u00e4hlen,\u00a0noch viele weitere <strong>musikalische Akzente<\/strong> setzen sollte. Nicht minder <strong>beeindruckend<\/strong> als Dvoris virtuose Darbietungen am Konzertfl\u00fcgel waren die <strong>Vorstellungen der 14 Projekte<\/strong>, die es bis nach Berlin geschafft hatten. Zu jeder Website hatten die Verantwortlichen der Konrad-Adenauer-Stiftung eine kleine <strong>Pr\u00e4sentation<\/strong> mit dem jeweiligen <strong>Juryurteil<\/strong> erstellt, um einen \u00dcberblick \u00fcber die enorme <strong>Bandbreite<\/strong> der Projekte zu liefern. <em>Egal ob ausdruckst\u00e4nzerische Videobeitr\u00e4ge, eine Radtour von Auschwitz nach Berlin, tagebuch\u00e4hnliche Auseinandersetzungen mit Gedenkst\u00e4ttenfahrten, digitale Stolpersteine oder Stra\u00dfenumbenennungen<\/em>: Auf eine sehr anschauliche Weise zeigte die Veranstaltung, wie <strong>vielf\u00e4ltig<\/strong> die Formen, Leinw\u00e4nde und Ausdrucksm\u00f6glichkeiten der Erinnerungskultur sein k\u00f6nnen und wie sich spontane Stadtbummelgedanken zu einem gro\u00dfen Erinnerungsprojekt entwickeln k\u00f6nnen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8814 alignright\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0029-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0029-225x300.jpg 225w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0029-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0029-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0029-450x600.jpg 450w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0029.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Eine Entwicklung durchlief gleichzeitig auch die <strong>Anspannung<\/strong> der anwesenden Gruppen, die mit jeder Minute ein exponentielles Wachstum verzeichnete. Begonnen wurde mit <strong>neun Anerkennungspreisen<\/strong> ohne Platzierung, die nacheinander auf die B\u00fchne gebeten wurden, um jeweils im Anschluss an die Pr\u00e4sentation ihres Projekts ein kurzes <strong>Interview<\/strong> mit Sarah R\u00f6hr zu f\u00fchren und mit den blau-wei\u00df-schwarzen Bauchtaschen, die nun endlich zum Einsatz kamen, f\u00fcr ein <strong>Foto<\/strong> zu posieren.<\/p>\n<p>Nach der Verleihung der Anerkennungspreise gesellte sich ein <strong>besonderer Gast<\/strong> in Form des <strong>Bundestagspr\u00e4sidenten a.D. und Schirmherrn des Denkt@g-Wettbewerbs Prof. Dr. Norbert Lammert<\/strong> zur Veranstaltung hinzu, der im Gespr\u00e4ch mit Sarah R\u00f6hr und dem ebenfalls anwesenden\u00a0<strong>Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Felix Klein<\/strong>, neben einem Einblick in den Alltag eines Bundestagspr\u00e4sidenten auch ein deutliches\u00a0<strong>Pl\u00e4doyer f\u00fcr Demokratie und pers\u00f6nliches politisches wie gesellschaftliches Engagement<\/strong> vortrug, in dem er an die Anwesenden appellierte, ihre verschiedenen Arbeiten gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus fortzusetzen, so schwierig manche Arbeitsetappen auch sein mochten.<\/p>\n<p>Dr. Felix Klein brachte wiederum zum Ausdruck, dass es <strong>nicht den \u201eeinen\u201c Antisemitismus<\/strong>\u00a0gebe und die vielen verschiedenen Formen des Antisemitismus, die alle gleichsam abzulehnen seien, verschiedene Formen der <strong>Bek\u00e4mpfung<\/strong>, wie sie sich in den unterschiedlichen Projekten wiederf\u00e4nden, geradezu forderten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8836 alignright\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032-300x225.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032-768x576.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032-450x338.jpg 450w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/IMG-20210908-WA0032.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Der Beitrag <strong>\u201eWe, the six million\u201c<\/strong> des Gymnasiums Odenkirchen erreichte unter den anschlie\u00dfend geehrten f\u00fcnf Bestplatzierten schlie\u00dflich einen <strong>hervorragenden zweiten Platz<\/strong>, den die nach Berlin gereiste Delegation gemeinsam mit <strong>2000 \u20ac Preisgeld<\/strong>, den begehrten blau-wei\u00df-schwarzen Bauchtaschen und blau-wei\u00df-t\u00fcrkisen <strong>Urkunden<\/strong> von Prof. Dr. Lammert entgegennehmen durfte. Die Jury lobte insbesondere die umfassende und <strong>mannigfaltige Auseinandersetzung der Sch\u00fcler*innen mit den Schicksalen von Opfern der Shoah in und um Odenkirchen in Form von Briefen, Podcasts, Gedenktafeln, Stolpersteinrundwegen und Videos<\/strong>, die (Zitat) \u201e<strong>wortgewaltigen Texte<\/strong>\u201c und den \u00fcberzeugenden Zusammenhalt der Schulgemeinde w\u00e4hrend der \u201e<strong>Lichteraktion gegen Antisemitismus<\/strong>\u201c als Reaktion auf die Sch\u00e4ndung des Grabes von Herrn Manfred Leven. Auch ging Moderator Kleine-Kraneburg auf den titelgebenden Satz <em>\u201eWe, the six million murdered people speak\u201c<\/em> aus einem Gedicht von Dr. Davin Sch\u00f6nberger ein, der der Projektgruppe vor allem in ihren selbst gedrehten Videos als Leitsatz f\u00fcr ihr Ziel diente, den Verfolgten, Ermordeten und Entw\u00fcrdigten eine <strong>Stimme<\/strong> und damit den <strong>Respekt<\/strong> zu geben, der ihnen so lange verwehrt blieb.<\/p>\n<p>Dieses Motiv der vielen einzelnen Stimmen, die gemeinsam eine laute Botschaft in die Welt hinaustragen, griff auch Moderatorin Sarah R\u00f6hr im anschlie\u00dfenden <strong>Interview<\/strong> mit der Verfasserin dieser Zeilen auf und hob dabei besonders Ideen wie die Stolperstein-Putzanleitung hervor, die zeigten, <em>dass es nicht immer gleich die gro\u00dfen Projekte sein m\u00fcssten, um sich f\u00fcr das Wachhalten der Erinnerung, Respekt und Toleranz einzusetzen,<\/em> ebenso wie die gesamte Website zu \u201eWe, the six million\u201c ein <strong>Ergebnis der vielen kleinen Taten vieler Schultern<\/strong> ist. Ein <strong>zentrales Thema<\/strong> des Interviews war wie schon bei der Projektvorstellung die <strong>Reaktion<\/strong> der Sch\u00fclergruppe auf die Sch\u00e4ndung des Grabes von Herrn Manfred Leven in Form der Lichteraktion, die die Interviewten unweigerlich an das Zitat <em>\u201eTuet auf die Pforten\u201c<\/em> und die damit einhergehende <strong>Verantwortung<\/strong> erinnerte. Denn bis zum heutigen Tag steht die Vermutung eines Zusammenhangs zwischen der Grabsch\u00e4ndung und der \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Gymnasiums Odenkirchen im Rahmen der Aufarbeitung von Manfred Levens Geschichte im Raum, die die Odenkirchener bei ihrem Entschluss, offensiv und \u00f6ffentlichkeitswirksam gegen diese unverzeihliche Tat vorzugehen, sicherlich stark ausgebremst h\u00e4tte, wenn die unglaubliche Willensst\u00e4rke von Manfred Levens Witwe Christel Leven sie nicht zum <strong>Weitermachen<\/strong> ermutigt h\u00e4tte, und das unter der Gefahr, erneut zur Zielscheibe von Hass und Antisemitismus zu werden. Im Interview waren sich die Odenkirchener einig: Das Erinnern um der Gegenwart und der Zukunft Willen und der unerm\u00fcdliche Kampf gegen Antisemitismus <strong>gehen uns alle an<\/strong>. Dieser Einsatz bedeutet aber auch, dass wir eine Verantwortung f\u00fcr den <strong>Schutz<\/strong> der Pforten, die wir zu \u00f6ffnen suchen, ab dem Moment tragen, in dem wir sie sichtbar und zug\u00e4nglich machen. Die von R\u00f6hr zur Website-Aussage \u201eWir machen weiter, auch nach der Ausstellung\u201c gestellte Frage, wie es nun weitergehe, kn\u00fcpft daran nahtlos an, und die Odenkirchener werden weiter reden, erinnern, gedenken und aufkl\u00e4ren, damit irgendwann mehr als die sechs Millionen sprechen.<\/p>\n<p>Nach einem <strong>gemeinsamen Mittagessen<\/strong> <strong>aller Preistr\u00e4ger*innen<\/strong>\u00a0auf der <strong>Au\u00dfenterrasse der James-Simon-Galerie<\/strong> und einem kleinen <strong>Spaziergang<\/strong> am sonnenbeschienenen <strong>Reichstag<\/strong> vorbei hie\u00df es dann nach fast 48 intensiven Denk(t@g)-Stunden <strong>Abschied<\/strong> nehmen. W\u00e4hrend Lokf\u00fchrer Axel die Heimkehrenden auf geraden Schienen sicher zur\u00fcck nach NRW brachte, kreisten die Gedanken der ein oder anderen immer noch um die Frage der Pforten\u00f6ffnung, die sie auch eine Woche und viele Stunden des Einlesens in die anderen ausgezeichneten Websites sp\u00e4ter nicht losl\u00e4sst und vielleicht auch nicht mehr loslassen wird. Es stimmt wohl: Die Vergangenheit vergeht nie, niemals, und darf es auch gar nicht als Wegweiser der Zukunft. Ihrer Erinnerung die Pforten f\u00fcr die Zukunft zu \u00f6ffnen, so die bescheidene Meinung der Autorin, ist unsere <strong>Aufgabe<\/strong>, mit allen Verantwortungen, Gratwanderungen, Abw\u00e4gungen und R\u00fcckschl\u00e4gen, die damit einhergehen. Doch vermutlich hat Schirmherr Lammert Recht mit seinem Appell \u201eDranbleiben!\u201c, ebenso wie es viele verschiedene Stimmen des Erinnerns und Mahnens braucht, um den Stimmen des Hasses die Stimme zu verschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Es geht uns alle an. Wir sind alle Pforten und Pf\u00f6rtner, die die Schl\u00fcssel in der Hand haben. Du, ich, wir alle. Also: Open ye the gates &#8211; all of your gates! Tuet ihr alle eure Pforten auf!<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8843 alignright\" src=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-300x142.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-300x142.jpg 300w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-1024x485.jpg 1024w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-768x363.jpg 768w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-1536x727.jpg 1536w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-2048x969.jpg 2048w, https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210906_144332-450x213.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/strong><\/p>\n<p><em>Im Rahmen ihrer eigenen Pressemitteilung hat die Konrad-Adenauer-Stiftung die <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/de\/veranstaltungsberichte\/detail\/-\/content\/auszeichnungen-zum-denkt-g-2021-verliehen\">f\u00fcnf bestplatzierten Denkt@g-Websites<\/a> verlinkt, deren n\u00e4here Betrachtung sich durchaus lohnt. Auch sei hier noch einmal gesondert die <a href=\"https:\/\/www.denktag.de\/2020thesixmillion\/\">Wettbewerbsseite zum Projekt \u201eWe, the six million\u201c<\/a> verlinkt, das auch nach dem Wettbewerb auf einer eigenen <a href=\"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/?page_id=7832\">Schulhomepage-Seite<\/a> fortgef\u00fchrt wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein gro\u00dfer <strong>Dank<\/strong> gilt an dieser Stelle den vielen Helfer*innen aller Altersklassen, die an der Realisierung des Projekts \u201eWe, the six million\u201c in vielf\u00e4ltiger Weise mitgewirkt haben, insbesondere Frau Beberok und Frau Laule f\u00fcr ihren unerm\u00fcdlichen Einsatz bei der Durchf\u00fchrung und Vor- und Nachbereitung des Projekts, aber auch den vielen Freiwilligen, die der Website bis zum Einsendeschluss mit viel Herzblut den letzten Schliff verpasst haben.<\/em><\/p>\n<h6 style=\"text-align: right\">(Amelie Klauth)<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Preisverleihung\u00a0des bundesweiten Jugendwettbewerbs &#8222;Denkt@g&#8220; der Konrad-Adenauer-Stiftung nahm eine Delegation unserer Schule am 06. September 2021 den mit 2000 \u20ac dotierten Preis von Bundestagspr\u00e4sident a.D. Prof. Dr. Norbert Lammert in der Berliner James-Simon-Galerie entgegen. Ausgezeichnet wurde eine im Rahmen des\u00a0Projekts &#8222;We, the six million&#8220; erstellte Website, die bei der Jury gro\u00dfen Zuspruch erntete. Es herrschte eine freudig-angespannte Stimmung, als Moderation Sarah R\u00f6hr vier ehemalige Sch\u00fclerinnen des Gymnasiums Odenkirchen mit ihrer Lehrerin Kathrin Laule auf die B\u00fchne des Auditoriums in der James-Simon-Galerie bat. Euphorie, allm\u00e4hlich von den Schultern der f\u00fcnf fallende Spannung, ged\u00e4mpfte Jubelrufe auf dem Weg die Tribune hinunter, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":7832,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-8808","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8808"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8808\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8943,"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8808\/revisions\/8943"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gymnasium-odenkirchen.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}