Eine gut gefüllte Aula, gespannte Gesichter und eine Stimmung irgendwo zwischen Lampenfieber und Vorfreude – so präsentierte sich am 14. Januar 2026 die zweite Ausgabe des Schulwettbewerbs „Jugend debattiert“ am Gymnasium Odenkirchen. Die Koordinatoren Stefan Hoffmann und Jasin Alzaben begrüßten das Publikum und eröffneten den Abend mit zwei Gedanken, die den Geist des Formats treffend beschrieben:
Herr Hoffmann erinnerte an die Gründung der Yale Debate Association, die schon vor über hundert Jahren zeigte, wie wichtig das kultivierte Streiten für demokratische Gesellschaften ist. Herr Alzaben betonte anschließend die Besonderheit von „Jugend debattiert“: Gewinnen soll nicht, wer am lautesten ist, sondern wer am besten zuhört, am klarsten argumentiert und andere ernst nimmt. Ein schöner Beweis dafür, dass es sich immer wieder lohnt zu streiten – wenn man es richtig macht.
Wie schon im vergangenen Jahr durfte die Jury beeindruckende Leistungen erleben. Neben den beiden Koordinatoren bewerteten diesmal auch Alexa Peschke (Lehrerin) und – worauf wir besonders stolz sind – Anna Baumann (Schülerin der EF) als ausgebildetes Jurymitglied die Debatten. Gemeinsam hatten sie die anspruchsvolle Aufgabe, aus vielen starken Beiträgen die überzeugendsten zu küren.
Altersgruppe I: Social Media – Fluch, Segen oder erst ab 16?
In der ersten Altersgruppe diskutierten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 die Frage, ob Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren verboten werden sollte. Schnell wurde klar: Hier prallten Welten aufeinander.
Die Pro-Seite warnte vor endlosen Bildschirmzeiten, algorythmischen Kaninchenlöchern und der Gefahr, dass TikTok schneller Hausaufgaben frisst als jeder Hund. Die Contra-Seite hielt dagegen, dass digitale Netzwerke längst Teil der Lebensrealität seien – und ein Verbot Jugendliche eher zu kreativen Umgehungsstrategien als zu mehr Mathelernen führen würde.
Alle vier Debattierenden glänzten mit Sachkenntnis, Humor und erstaunlicher Schlagfertigkeit. Am Ende setzten sich Elenorah Sediqi (Pro) und Jannis Kanontzidis (Contra) durch – ein Ergebnis, das zeigt, wie ausgewogen und kontrovers die Debatte geführt wurde.
Altersgruppe II: Dienstpflicht – Verantwortung für alle?
In der zweiten Altersgruppe legten die Schülerinnen und Schüler der EF und Q1 noch einmal eine Schippe drauf. Diskutiert wurde die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für Männer und Frauen.
Die Befürworter sprachen von gesellschaftlichem Zusammenhalt, davon, dass ein Jahr im Krankenhaus oder bei der Feuerwehr mehr über das Leben lehre als jedes Motivationsvideo auf YouTube. Die Gegenseite warnte vor Zwangsdiensten, bürokratischem Chaos und der Frage, ob man Solidarität wirklich per Gesetz verordnen könne.
Der Schlagabtausch war leidenschaftlich, fundiert und stellenweise so spannend, dass man vergaß, dass hier keine Bundestags-, sondern Schuldebatten stattfanden. Für die Jury wurde die Entscheidung zur echten Mammutaufgabe. Schließlich konnten sich Sophia Kanontzidis und Karlotta Bresges knapp durchsetzen.
Auf nach Düsseldorf!
Für die Siegerinnen und Sieger geht es nun weiter:
Elenorah Sediqi und Jannis Kanontzidis (Altersgruppe I) sowie Sophia Kanontzidis und Karlotta Bresges (Altersgruppe II) vertreten unsere Schule am 18. Februar im Rathaus Düsseldorf. Dort drücken wir natürlich alle Daumen, dass der Weg vielleicht sogar bis ins Landesfinale führt 😉
Nach zwei Jahren lässt sich sagen: „Jugend debattiert“ ist am Gymnasium Odenkirchen längst mehr als ein Wettbewerb – es ist eine neue, lebendige Tradition. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz, die volle Aula und vor allem über die vielen jungen Menschen, die zeigen, dass Demokratie nicht nur ein Unterrichtsthema, sondern gelebte Praxis sein kann.
Auf viele weitere spannende Debattenjahre!
Euer/Ihr Team von Jugend debattiert




