„Ich find’s geil!“ – Eine A-Jugend schreibt ihre eigene Geschichte

„Ich find’s geil!“ – mit diesen Worten brachte Teamchefin Alexa Peschke ihre erste Begegnung mit der neu formierten A-Jugend des Gymnasiums Odenkirchen im Spätsommer 2025 auf den Punkt.
Ein Zitat, das Spieler und Trainerteam gleichermaßen amüsierte – und das man eigentlich als perfekten Schlusssatz dieses Artikels stehen lassen könnte.

Aber das würde dem Weg dieser Mannschaft nicht gerecht werden.


Vom Nichts zur Einheit

Im Jahr zuvor war es noch gar nicht gelungen, überhaupt eine A-Jugend zu stellen. Umso größer war die Überraschung, als die Rekrutierungsbemühungen des Trainerteams um Peschke, Alzaben und Esser plötzlich Früchte trugen: 25 Spieler fanden sich zum Auswahltraining ein.

Eine Zahl, die Hoffnung machte – und gleichzeitig schwere Entscheidungen erforderte. Am Ende wurde ein Kader von 15 Spielern geformt. Eine Gruppe, die sich erst finden musste.


Klare Idee, klare Identität

Coach Alzaben gab früh die Richtung vor:
Kompakte Ordnung gegen den Ball und schnelles Umschaltspiel über präzise Schnittstellenpässe auf die pfeilschnellen Flügelspieler Ismael Sari Alonso und Philipp Schmitz.

Doch Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge.
Würde die neu zusammengestellte Mannschaft um Kapitän Kiril Denius diese Philosophie direkt umsetzen können?


Eine Vorrunde wie im Rausch

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

Schnell wurde klar: Hier war eine Mannschaft zusammengewachsen, wie man sie nicht alle Jahre erlebt. Gegner wie die Hans-Jonas-Gesamtschule und das Hugo-Junkers-Gymnasium mussten in jeweils nur 30 Minuten Spielzeit acht Gegentore hinnehmen – und sahen dabei meist nur die Rücklichter von Topscorer Lenn „Nick Woltemade“ Kleine.

Ein echtes Highlight folgte gegen das favorisierte Berufskolleg Rheydt-Mülfort:
In einem packenden Spiel gelang durch ein Last-Minute-Tor von Kostas ein 3:2-Sieg. Besonders sehenswert: der Ausgleich zum 2:2 nach einem perfekten Schnittstellenpass von Kiril Denius auf Philipp Schmitz – ein Spielzug, der Coach Alzaben an der Seitenlinie in Ekstase versetzte.


Endrunde: Kampf, Leidenschaft und große Momente

Mit breiter Brust und ohne Punktverlust startete das Team am 13.03.2026 in die Endrunde.

Dort wartete stärkere Konkurrenz – und die Spiele wurden härter. Doch Führungsspieler wie Abwehrchef Erik Mürkens, der am Ende des Turniers völlig entkräftet vom Platz musste, und Ismail Acar, der als „falsche Neun“ unermüdlich für die Mannschaft arbeitete, gingen voran.

Nach einem unglücklichen 1:1 gegen die Gesamtschule Volksgarten – ein Spiel, in dem man sich für eine starke Leistung nicht belohnte – folgte ein beeindruckendes 6:0 gegen das Gymnasium Rheindahlen.
Angetrieben von den Traumpässen von Andreas Flemming und eiskalt vollendet von Ismael Alonso zeigte die Mannschaft hier Fußball zum Genießen.


Emotionen, Dramatik und ein echtes Finale

Hitzig wurde es im erneuten Duell mit dem BK Rheydt-Mülfort.
Neben umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen – die beim Trainerteam für ordentlich Puls sorgten – überzeugte vor allem der Kampfgeist der Mannschaft. Nach Rückstand kämpfte sich das Team zurück und glich durch einen souverän verwandelten Elfmeter von Ismail Acar zum 2:2 aus.

Damit war alles angerichtet für das große Finale gegen die Gartenstraße:
Ein Sieg – und der Titel wäre perfekt gewesen.

Als Andreas Flemming mit einem sehenswerten Heber das 1:0 erzielte, schien der Traum greifbar nah. Doch die Kräfte ließen nach. Selbst verlässliche Stützen wie Artur Emeljanov, der völlig entkräftet vom Platz musste und in beiden Turnieren ein Fels in der Brandung war sowie sein letztes Turnier für die Schule bestritt, konnten das Spiel nicht mehr drehen.

Am Ende stand eine 1:3-Niederlage.


Mehr als nur ein zweiter Platz

Was bleibt, ist mehr als ein Ergebnis.

Ein riesiges Dankeschön gilt Artur Emeljanov und Ismail Acar – zwei Spieler, die diese Mannschaft geprägt und mit ihrem Einsatz und ihrer Einstellung Maßstäbe gesetzt haben.

Und vor allem bleibt die Erkenntnis:
Diese A-Jugend hat aus dem Nichts Großes geschaffen.

Ein zweiter Platz bei der Stadtmeisterschaft – nach einer Saison, die mit Unsicherheit begann – ist ein Erfolg, auf den alle Beteiligten stolz sein können.


Und am Ende…

Vielleicht passt das eingangs erwähnte Zitat doch besser als gedacht:

„Ich find’s geil!“

Denn genau so fühlt es sich bis heute an.

 

Viele Grüße

Eure Coaches

 

 

obere Reihe: Ben Beek, Philipp Schmitz, Ismael Sari Alonso, Kiril Denius (C), Ismail Acar, Lenn Kleine, Teamchefin Peschke, Magnus Theissen, Andi Flemming

untere Reihe: Kostas Bagreev, Coach Alzaben, Luke Tillmann, Ilyas Amnad, Lukas Rath, Erik Mürkens, Levent Özalp, Artur Emeljanov, Paul Bresges, Coach Esser, Selvio Somo