Am Gymnasium Odenkirchen wurde Demokratie nicht nur besprochen – sie wurde erlebt. Anlässlich des 77. Jubiläums unseres Grundgesetzes fand am Freitag, den 22.05.2026, der große „Aktionstag Grundgesetz“ statt. Und schon Tage zuvor war klar: Dieser Tag würde alles andere als gewöhnlich werden.
Die Aufregung bei Frau Schwarz, Herrn Alzaben und den sechs Demokratiepaten-Schülerinnen und -Schülern Jakob Deussen, Karlotta Bresges, Max Czapiewski, Sophia Kanontzidis, Sofia Missal und Anna Baumann war riesig. Kein Wunder – monatelang hatte die Demokratiegruppe Workshops besucht und selbst durchgeführt, sich zu Spielleiterinnen und Spielleitern weiterbilden lassen, Fördergelder akquiriert, externe Gäste eingeladen und organisiert. Alles mit einem Ziel: Demokratie für die gesamte Schülerschaft greifbar zu machen.
Spätestens am Vortag wurde klar, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckte. Fleißige SV-Schülerinnen und -Schüler bauten gemeinsam mit der Geschichtsfachschaft die jahrgangsstufenübergreifend gestaltete Ausstellung (Danke für die tolle Arbeit) zur Demokratiegeschichte auf. Dabei wurden nicht nur kreative Ideen, sondern auch einige schwere Stellwände aus dem Keller nach oben geschleppt – Schweiß inklusive. Als am Freitagmorgen dann überall kleine Exemplare des Grundgesetzes auftauchten – manche sogar überraschend auf den Tischen im Lehrerzimmer – war endgültig alles angerichtet.
Doch was genau erlebten die Schülerinnen und Schüler eigentlich an diesem besonderen Tag? Nun ja: Das hing ganz vom Alter ab.
Die jüngeren Jahrgänge tauchten spielerisch in die Welt der Demokratie ein. Gemeinsam mit Herrn Schwarz, Frau Beberok sowie Jakob Deussen und Karlotta Bresges entdeckten sie beim Demokratiespiel „Quararo“, wie spannend, gewinnbringend – aber manchmal eben auch ganz schön anstrengend – demokratische Entscheidungsprozesse sein können. Anschließend wurde es kreativ: Mit Unterstützung von Tatjana Scheller sowie der ehemaligen Schülerin Fiona Scheller entstanden coole Merchandise-Artikel rund um das Grundgesetz. Dafür sind wir beiden unglaublich dankbar. Die Produkte sind inzwischen fertig – und auch wenn wir noch nicht zu viel verraten wollen: Die Freude bei den Kindern wird definitiv groß sein.
In der Mittelstufe wurde es dann nur noch teilweise spielerisch – dafür umso wichtiger. Die Jahrgänge 7 und 8 beschäftigten sich unter anderem gemeinsam mit unseren Gästen Anna Besler und Lena Kullmann vom Bildungspark mit dem Thema Antidiskriminierung. Beide waren übrigens nicht nur am Aktionstag selbst, sondern bereits während der gesamten Vorbereitung eine riesige Unterstützung. Zeitweise schaute außerdem das Jugendparlament vorbei, und die Klasse 8a durfte mit Ulrich Scheepers sogar einen ehemaligen Amtsrichter als Gast begrüßen. Spannende Diskussionen und viele neue Perspektiven inklusive.
Ein echtes Highlight erlebten unsere Neunt- und Zehntklässlerinnen und -klässler in der Aula. Dort hielten der RTL-Journalist Michael Ortmann und der ehemalige Gefährder Eren Recberlik einen eindrucksvollen Workshop zur Extremismusprävention. Die Mischung aus journalistischer Expertise und ehrlicher, authentischer Lebensgeschichte sorgte für große Aufmerksamkeit. Viele Jugendliche zeigten sich beeindruckt davon, wie offen und nahbar über Radikalisierung, Manipulation und gesellschaftliche Verantwortung gesprochen wurde. Ein Workshop, der sicherlich noch lange nachwirken wird.
Und als wäre das noch nicht genug gewesen, wartete auf die Oberstufe ab 13 Uhr noch das berühmte „Sahnehäubchen“: hoher Besuch und eine spannende Podiumsdiskussion, über die auch die Rheinische Post 77 Jahre Grundgesetz: Debatte mit Schülern über Machtmissbrauch und Todesstrafe ausführlich berichtete.
Was bleibt also nach diesem besonderen Tag?
Vor allem die Erkenntnis, dass Demokratie weit mehr ist als Politikunterricht. Der Aktionstag machte unseren Schülerinnen und Schülern auf ganz unterschiedliche Weise deutlich, welchen Wert unser Grundgesetz für unser tägliches Zusammenleben besitzt – und welche Rechte, aber auch Pflichten damit verbunden sind.
Für die Demokratiegruppe heißt es jetzt erstmal: auswerten, reflektieren – und in zwei Jahren noch einen draufsetzen. Denn nach diesem Erfolg ist klar: Das Gymnasium Odenkirchen kann Demokratie. Und zwar nicht nur auf dem Papier.
Al







